Wenn bei Google weniger Anfragen ankommen als früher, liegt es selten an einem einzelnen Häkchen. Ein kostenloser SEO Check kann trotzdem ein guter Anfang sein. Er zeigt, ob Ihre Website technisch auffällt, ob wichtige Seiten fehlen oder ob Google die Inhalte schwer einordnen kann. Für einen Betrieb mit vollem Kalender ist das nützlich - solange klar ist, was der Check tatsächlich prüft und was nicht.
Ein Heizungsbetrieb in Kiel kann eine saubere Website haben und trotzdem kaum bei der Suche nach „Heizung warten Kiel“ auftauchen. Vielleicht steht die Leistung nur auf einer Unterseite ohne klare Überschrift. Vielleicht lädt die Seite auf dem Handy zu langsam. Oder das Google-Unternehmensprofil ist nicht vollständig gepflegt. Ein automatischer Check findet einige solcher Hinweise. Die Entscheidung, was davon zuerst angefasst werden sollte, nimmt er Ihnen aber nicht ab.
Was ein kostenloser SEO Check prüfen kann
SEO bedeutet: bei Google gefunden werden. Ein kostenloser Check schaut meist auf Punkte, die sich automatisiert messen lassen. Dazu gehören Ladezeit, Darstellung auf dem Smartphone, Überschriften, Seitentitel und technische Hinweise wie fehlende Beschreibungen für Bilder.
Das ist sinnvoll, denn technische Fehler können Google und Ihren Besuchern das Leben schwer machen. Wenn eine Seite auf dem Handy erst nach mehreren Sekunden erscheint, springen Interessenten ab. Wenn eine wichtige Leistungsseite nicht von anderen Seiten Ihrer Website erreichbar ist, wird sie womöglich seltener gefunden. Und wenn auf jeder Unterseite derselbe Seitentitel steht, fehlt Google ein klarer Hinweis darauf, worum es jeweils geht.
Ein guter erster Check kann auch zeigen, ob Ihre Website grundsätzlich von Suchmaschinen gelesen werden darf. Manchmal ist eine Seite nach einem Umbau versehentlich für Google gesperrt. Das passiert häufiger, als man denkt - besonders wenn mehrere Menschen Zugang zum System haben oder eine alte Testversion noch mitläuft.
Die Zahlen brauchen eine Übersetzung
Viele kostenlose Werkzeuge zeigen Ampeln, Prozentwerte und lange Listen mit Fachbegriffen. Das wirkt schnell dramatischer, als es ist. Ein roter Hinweis auf eine große Bilddatei ist etwas anderes als eine Seite, die gar nicht bei Google erscheinen kann.
Entscheidend ist deshalb die Reihenfolge. Zuerst kommen Fehler, die verhindern, dass Google wichtige Seiten lesen oder aufnehmen kann. Danach geht es um Seiten, die Interessenten direkt brauchen: Leistungen, Kontakt, Öffnungszeiten, Anfahrt oder Terminvereinbarung. Erst dann lohnen sich Details, die zwar sauberer wären, aber im Alltag kaum einen Unterschied machen.
Bei einem Malerbetrieb in Lübeck ist eine fehlende Beschreibung für ein einzelnes Baustellenfoto meist nicht das dringendste Thema. Wenn aber die Seite für Fassadenarbeiten nur aus zwei allgemeinen Sätzen besteht, fehlt genau dort die Information, nach der potenzielle Kunden suchen.
Was ein kostenloser SEO Check nicht erkennt
Die Grenze solcher Prüfungen ist klar: Ein Werkzeug kennt Ihren Betrieb nicht. Es weiß nicht, welche Aufträge Sie wirklich möchten, in welchem Umkreis Sie arbeiten oder ob Sie gerade genug Personal für neue Anfragen haben. Es erkennt auch nicht zuverlässig, ob ein Text verständlich ist oder nur viele Suchbegriffe aneinanderreiht.
Ein kostenloser SEO Check kann etwa melden, dass der Begriff „Dachdecker Flensburg“ auf Ihrer Seite selten vorkommt. Daraus folgt nicht, dass dieser Satz nun zehnmal eingebaut werden sollte. Besucher merken schnell, wenn ein Text für eine Maschine geschrieben wurde. Besser ist eine klare Seite, die erklärt, welche Arbeiten Sie übernehmen, wie eine Anfrage abläuft und für welche Gebäude oder Kunden Sie tätig sind.
Auch die örtliche Konkurrenz lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl bewerten. Ein Betrieb kann bei Google sichtbar sein, weil er seit Jahren viele hilfreiche Inhalte hat, sein Google-Unternehmensprofil pflegt und regelmäßig echte Bewertungen erhält. Ein anderer hat vielleicht eine sehr schnelle Website, aber kaum Informationen zu seinen Leistungen. Die technische Note allein erklärt diesen Unterschied nicht.
Dazu kommt die Suchabsicht. Wer nach „Physiotherapie Rendsburg Termin“ sucht, möchte vermutlich schnell Kontakt aufnehmen. Wer nach „Rückenschmerzen Übungen“ sucht, erwartet eher allgemeine Informationen. Beide Suchanfragen brauchen andere Inhalte. Ein Automatismus erkennt Wörter. Ob eine Seite die Erwartung hinter einer Suche erfüllt, muss ein Mensch beurteilen.
Diese fünf Bereiche sollten Sie nach dem Check ansehen
Nach einem kostenlosen Check lohnt es sich, nicht jedes Fundstück gleichzeitig abzuarbeiten. Sehen Sie sich diese fünf Bereiche an und notieren Sie nur die Punkte, die für Ihre Kunden und Ihren Betrieb relevant sind:
- Erreichbarkeit auf dem Handy: Öffnen Sie Ihre Website selbst auf einem Smartphone. Sind Telefonnummer, Kontaktformular und Öffnungszeiten ohne Suchen zu finden?
- Leistungsseiten: Hat jede wichtige Leistung eine eigene, verständliche Seite? Ein Elektriker sollte nicht nur „Unsere Leistungen“ schreiben, wenn E-Check, Wallbox, Altbausanierung und Beleuchtung unterschiedliche Anfragen bringen.
- Seitentitel und Überschriften: Sagen sie klar, was auf der Seite steht? „Leistungen“ hilft weniger als „Badsanierung in Neumünster“ oder „Hausverwaltung für Mietobjekte in Kiel“.
- Lokale Angaben: Stimmen Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Einsatzgebiet auf Website und Google-Unternehmensprofil überein?
- Inhalte, die Vertrauen schaffen: Zeigen Sie, wie Sie arbeiten, welche Fragen vor einer Beauftragung geklärt werden und wer erreichbar ist. Das ersetzt keine persönliche Beratung, macht die erste Kontaktaufnahme aber leichter.
Das sind keine Punkte, die man einmal abhakt und dann vergisst. Ein Betrieb verändert sich. Neue Leistungen kommen dazu, Ansprechpartner wechseln, Öffnungszeiten ändern sich. Gerade dann bleibt die Website häufig liegen, obwohl sie für neue Kunden oft der erste Eindruck ist.
So wird aus einem Befund eine sinnvolle Aufgabe
Nehmen wir an, ein Check meldet eine langsame Startseite. Bevor Bilder oder Technik angefasst werden, sollten Sie prüfen: Ist die Startseite tatsächlich langsam, wenn Sie sie auf Ihrem Handy über eine normale Mobilfunkverbindung öffnen? Betrifft es alle Seiten oder nur eine Unterseite? Und liegt die Ursache an sehr großen Fotos, an einem alten System zur Website-Pflege oder an eingebundenen Diensten, die niemand mehr braucht?
Erst danach entsteht eine konkrete Aufgabe. Zum Beispiel: Die drei größten Bilder auf der Startseite in einer kleineren Datei bereitstellen. Oder: Ein nicht mehr genutztes Formular entfernen. Das ist besser, als pauschal „Website schneller machen“ auf eine Liste zu schreiben, die dann monatelang liegen bleibt.
Dasselbe gilt für fehlende Inhalte. Wenn eine Praxis viele Anfragen zu Selbstzahlerleistungen erhält, kann eine eigene Seite dazu sinnvoll sein. Sie sollte keine Werbefloskeln enthalten, sondern erklären, was angeboten wird, wie der Ablauf aussieht und wie Patienten Kontakt aufnehmen. Bei einem Handwerksbetrieb kann eine Seite zu einem häufig angefragten Gewerk mehr bringen als zehn neue Blogartikel ohne Bezug zum Tagesgeschäft.
Ich würde technische Befunde immer mit einer einfachen Frage verbinden: Merkt ein Interessent oder Google diesen Fehler an einer wichtigen Stelle? Wenn die Antwort nein lautet, kann der Punkt warten. Wenn die Antwort ja lautet, sollte daraus eine kleine, klar beschriebene Aufgabe werden.
Wann externe Unterstützung sinnvoll ist
Manches können Sie selbst erledigen, vor allem wenn Sie Ihr System zur Website-Pflege gut kennen. Texte aktualisieren, Öffnungszeiten korrigieren oder ein neues Foto einfügen, sind oft überschaubar. Bei technischen Sperren, Weiterleitungen nach einem Website-Umzug oder unklaren Fehlern in der Google-Suche wird es schnell zeitaufwendig.
Dann lohnt sich ein Blick von außen. Nicht, damit jemand Ihnen einen Bericht mit fünfzig roten Punkten schickt. Sondern damit klar wird, was den Betrieb gerade bremst, welche Aufgaben wirklich etwas bringen und was bewusst liegen bleiben darf. Bei kleinen Betrieben ist Zeit häufig knapper als Technik.
Ein sinnvoller SEO-Check endet deshalb nicht mit einer Punktzahl. Er endet mit wenigen nachvollziehbaren Arbeiten: eine wichtige Seite verbessern, eine technische Sperre beseitigen, Kontaktdaten abgleichen oder fehlende Informationen ergänzen. Danach kann man prüfen, ob mehr passende Besucher auf die Seite kommen und ob daraus Anfragen entstehen.
Wenn Sie bei den Ergebnissen eines kostenlosen SEO Checks unsicher sind, rufen Sie mich gern an oder schreiben Sie mir. Dann schauen wir gemeinsam darauf, was für Ihren Betrieb tatsächlich Vorrang hat - ohne dass aus einer langen Fehlerliste gleich ein neues Großprojekt wird.
Wenn Sie das nicht selbst im Blick behalten möchten: Beim SEO-Management kümmere ich mich laufend darum, dass Ihr Betrieb bei Google gefunden wird.
